Häufige Fragen

Die Digitale Bühne ist eine Initiative aus dem wirvsvirus-Hackathon der deutschen Bundesregierung: Wir gemeinsam gegen das Virus. In einem der Projekte haben sich über 100 Personen zusammengefunden, um es künstlerischen Ensembles zu ermöglichen, online zu proben und aufzutreten.

Die Digitale Bühne ist ein gemeinnütziges Projekt. Sie ist entstanden aus dem Gedanken, dass seit März viele künstlerische Ensembles dasselbe Problem haben, und Hilfe für dessen Lösung benötigen.

Wir möchten helfen. Wir möchten gemeinnützig bleiben und auf keinen Fall kommerziell werden, so dass wir gezwungen wären, Nutzungsgebühren zu erheben, um einen Gewinn zu erzielen oder zu maximieren.

Dazu haben wir ein Netzwerk aus verschiedenen Personen und Institutionen gesponnen, auch mit Verbänden, Hochschulen und Firmen.

Die Digitale Bühne soll eine Plattform sein, über die sich möglichst viele miteinander verbinden und austauschen können. Wir arbeiten mit möglichst vielen anderen verwandten Initiativen zusammen und möchten deren Lösungen modular integrieren. Wir laden alle ein, sich uns anzuschließen.

Es ist sehr schwierig, über die meisten derzeit üblichen Video-Konferenzdienste online zusammen zu singen, zu spielen, zu proben, oder auch nur rhythmisch zu zählen. Wer noch nie versucht hat, zum Beispiel “Happy Birthday” in einer Online-Videokonferenz, etwa im Homeschooling oder Homeoffice zu singen, oder einen simplen Countdown “10..9..8..7..6..5..” zusammen zu zählen, wird nicht selbst erfahren haben, in welchem Desaster ein derart einfacher Wunsch münden kann. Es geht nicht nur schlecht, es geht gar nicht. Es ist meistens schlichtweg unmöglich.

Es sind durchaus Lösungen erhältlich, die auf bestimmte Bedürfnisse passen (einige werden in unserem Forum besprochen). Die meisten dieser Lösungen haben, wie so oft, Vor- und Nachteile. Wir möchten auch kein zusätzliches Konkurrenzprodukt sein, sondern die Brücke schlagen zu den vielen Ensembles, die derzeit eine Lösung für sich suchen. In unseren Gesprächen mit ihnen haben wir erfahren, dass ihnen kommerzielle Lösungen oft zu teuer sind oder bestimmte technische Voraussetzungen benötigen, die sie nicht leisten können. Andere, beispielsweise frei verfügbare Lösungen wiederum setzen gewisse technische Kenntnisse oder die Bereitschaft einer Einarbeitung voraus. Es fehlt an einer Lösung, die sich an verschiedene Bedürfnisse anpassen lässt und dabei möglichst einfach zu bedienen ist. Eine solche modulare Plattform möchte die Digitale Bühne anbieten.

Dabei ist uns wichtig zu betonen: Auch wir können nicht zaubern. Der Wunsch, live im Internet zusammen Musik oder Theater zu spielen ist eine technische Herausforderung. Das Internet, die Endgeräte und die digitale Aufnahme- und Wiedergabetechnik haben ihre Tücken. Alles, was wir versprechen können, ist: wir versuchen, für alle das Beste aus der jeweiligen Situation herauszuholen.

Die einfache Antwort ist daher: Die meisten derzeit üblichen Video-Konferenzdienste haben Kunst, Theater, Tanz und Musik einfach bisher nicht als Anwendungsfälle im Blick gehabt, und bieten daher auch keine Lösungen an, die hier helfen würden.

Eine Übersicht über Funktionen, die wir planen, ist hier aufgelistet: Funktionen

Wir wollen versuchen, aus jeder Anforderung das Optimale herauszuholen. Im Unterschied zu anderen Anbietern wollen wir nicht die eine Lösung für alle finden, sondern möglichst viele Lösungen für die verschiedensten Bedürfnisse. Wir haben vor, regionale Server in kürzeren Abständen zu installieren, die hybride Routings ermöglichen (gemischt peer-to-peer und sternförmig serverbasiert). Und wir arbeiten mit den Entwicklern und Anbietern verwandter Technik und Dienste zusammen, damit auch deren Kunden-Ensembles sich über die Digitale Bühne verbinden können.

Zusätzlich soll eine angepasste Datenreduktion die Ensemblegröße erhöhen. Beispiel Chorprobe: nur die Dirigentin muss im Bild sehr schnell an alle übertragen werden, und nur die Solisten und Stimmpartner sollten sich möglichst gut untereinander hören können. Der Rest des Chores kann auch nur als ein zentral gemischter Gesamtklang übertragen werden, und dazu mit einer etwas höheren Verzögerung im Bild. Durch ein derart angepasstes, intelligentes Management der Datenströme kann der Datenverkehr reduziert und damit die Ensemblegröße erhöht werden.

Die Digitale Bühne ist ein gemeinütziges Projekt. Die Initiatoren und Träger !KF und ITI sind beide gemeinnützig. Die Unterstützung und Förderung von Kunst und Kultur steht in unseren Satzungen. Wir veröffentlichen unsere Software als “open source”-Lizenz und garantieren dies auch vertraglich gegenüber unseren Förderern.

Unser Konzept: Wir möchten eine gemeinnützige Trägerorganisation gründen. Die künstlerischen Verbände und Institutionen können dann als korporative Mitglieder beitreten und durch ihre Mitgliedsbeiträge für eine unabhängige Finanzierung von Betrieb, Wartung und Betreuung des Dienstes sorgen, damit er für die Ensembles dauerhaft kostenlos bleiben kann. Wir haben noch kein Jahresbudget kalkuliert, aber je mehr Institutionen sich beteiligen, desto geringer wird der nötige einzelne Beitrag sein.

1) unser Projekt unter ihren Mitgliedern bekannt machen, damit alle den Dienst auch nutzen können
2) als Partner dem Projekt beitreten
3) natürlich auch: selbst Geld in den Topf geben, je nach Möglichkeit
4) andere Verbände und Institutionen davon überzeugen, ebenfalls mitzumachen
(je mehr dabei sind, desto attraktiver für die Fördermittelgeber und Industrie-Partnerschaften)

Jede Summe ist willkommen. Auch ein paar Euro helfen uns weiter. Kleinspenden sollten aber besser auf das Konto überwiesen werden, da die Gebühren der online-Spende sonst einen großen Teil abschmelzen.

Unser Projektträger ist das Internationale Theaterinstitut Deutschland (ITI) und verwaltet das Projekt-Konto: iti-germany.de

  • künstlerische Kreativität ermöglichen:
    neue, innovative, hybride Theater- und Konzertformate
    auch für kleine und mittlere Bühnen und Veranstalter
  • sozialen Zusammenhalt stärken:
    Erfahrung der künstlerischen Gemeinschaft statt Wettbewerb
  • Teilnahme an Proben und Unterricht auch vom Krankenbett,
    aus dem Urlaub oder von einem Gastspielort
  • neue Möglichkeiten der Publikums-Interaktion schaffen
  • online-Lehre an Hochschulen ausweiten, auch im Normalbetrieb
  • CO2-Ausstoß senken durch verringerte Reisetätigkeit
    (beispielsweise können Lese- und Bauproben, Vorsprechen/Vorsingen, Castings und Aufnahmeprüfungen online leichter durchführbar werden;
    aber auch z.B. akute “Feuerwehr”-Gastierungen in Krankheitsfällen vermeiden durch alternative Möglichkeiten wie eine online-3D-Projektion einer Stimme oder einer Person auf eine Bühne)
  • internationale Zusammenarbeit ermöglichen
    (Festivals online oder an parallelen Orten, „Weltchor”)
  • weitere Ideen dazu sind uns willkommen!